Ciel ! Um Himmelswillen!

Jetzt bin ich kraft Gesetzes zur berüchtigten Schwiegermutter geworden!

Schwieger-Mutter.

Bei mir klingt da so manches mit – eine schwerwiegende Mutter? Eine Mutter mit Gewicht – in welchem Sinne? Eine schwierige Mutter? Man könnte auch an eine Kakteen-Mutter denken, um das Verhältnis zum angeheirateten Sohn konkreter auf den Punkt zu bringen…

Das so entstehende Bild der vorprogrammierten Beziehungen zum jungen Paar sieht also eher grau-schwarz als rosa-rosig aus!
Hier würde mir der mittelhochdeutsche Begriff swiger doch besser gefallen – hat etwas Beschwingtes, Swingendes, wie das frisch vermählte Paar.
Oder eben die französische Bezeichnung – belle-mère oder belle-maman.

Da sind wir eben direkt bei dem wichtigsten Thema, das Personen in meiner neu erworbenen Funktion angeht: der Schönheit! Ist das nicht toll, mit „Schöne Mutter“ oder „Schöne Mama“ angesprochen zu werden? Besagte Person kann nur noch mit Leichtigkeit und Frohmut durch die Gegend stolzieren. Ganz das Gegenteil von gleicher Person im deutschsprachigen Raum!

Dieser sprachliche Gegensatz führt aber zu einem nicht zu unernst zu nehmenden Zustand: Paranoia, Identitätskrise! Was bin ich denn nun? Schwer oder leicht? Schön oder schwarz-grau?

Oder doch nichts Besonderes, wenn man die englischsprachige Bezeichnung hinzuzieht – mother-in-law. Hier ist alles trocken, nüchtern, der juristischen Wirklichkeit erbarmungslos treu – Mutter per Gesetz! Wie unromantisch! Auf der anderen Seite belastet der Status der Mutter-per-Gesetz in keiner Weise die potentielle Entwicklung unserer zukünftigen Beziehungen, was auch etwas für sich hat. Er ist ein Neutrum, das eben alle künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten der Protagonisten zulässt.

Hm! Was nun? Ich entscheide mich, beschwingt und schön, für die offene Gestaltungsfreiheit der Mutter-per-Gesetz. Wie soll dieses Geschöpf denn heißen? Schöngesetzesmutter? – Ich gebäre aber kein Gesetz! Ähnliches gilt wohl für Schönjuramutter… Da könnte ein bisschen mehr Latein wohl hilfreich sein, damit es authentischer klingt - so etwa Schönmutter per lex? Stimmt überhaupt die Grammatik??? Oder bleibe ich ganz beim Deutschen – mit Schönswiger? Scheeswiger? Wäre doch was, oder?

Na, ganz zufrieden bin ich mit meiner Statusbezeichnung noch nicht! Falls Ihr etwas wisst, das perfekt auf diese meine Situation passt, meldet Euch bitte, damit ich meiner Identität endlich wieder sicher sein kann.

CCB 06.2012